Hydrozoa – Polypentiere (Cnidaria = Nesseltiere)

Mehr als 3700 Arten von Polypentieren (Hydrozoa) sind weltweit bekannt. Die meisten von Ihnen kommen in marinen Lebensräumen vor, aber einige Arten haben sich auch im Süßwasser etabliert.

Insgesamt sind bei den Hydrozoen drei verschiedene Generationswechsel bekannt. Am bekanntesten ist der Wechsel einer frei schwimmenden Meduse (Quallen) Generation, die sich geschlechtlich vermehrt mit einer festsitzenden, sich ungeschlechtlich vermehrenden Generation. Eine zweite Form eines reduzierten Generationswechsels ist die Entwicklung von Medusoiden, sehr kurzlebigen und reduzierten Quallen, die lediglich ihre Fortpflanzungsprodukte in die Wassersäule entlassen.

Desweiteren gibt es Arten mit sogenannten Gonophoren, die die Gameten direkt in die Wassersäule abgeben ohne überhaupt ein Quallenstadium auszubilden.

Die Kolonien der Hydrozoen sind manchmal nur wenige Millimeter groß, manchmal bilden sie jedoch mehrere Dezimeter große, stark verästelte Formen aus.

In Aquarien werden sie aufgrund Ihrer meist geringen Größe häufig übersehen oder eventuell mit blässlichen, farblosen Algen verwechselt. Am Ende der verzweigten oder unverzweigten Ästchen befinden sich jedoch die Einzeltiere mit ihrer typischen Tentakelkrone. Die Tentakeln enthalten Nesselkapseln, die sowohl zum Beutefang als auch zur Verteidigung eingesetzt werden.

Zanclea sp. ist auf das Leben auf Korallen, Anemonen, Schwämmen und Moostierchen spezialisiert.

Zanclea sp. ist auf das Leben auf Korallen, Anemonen, Schwämmen und Moostierchen spezialisiert.

Obwohl die Hydrozoen eine sehr ursprüngliche Gruppe sind, haben sie dennoch im Verlauf der Evolution die mit kompliziertesten Zellen (die Nesselzellen) entwickelt. Ein typisches Kennzeichen der Cnidaria (Nesseltiere), zu denen auch die Hydrozoen gehören, ist ihre Radiärsymetrie sowie ihr Gastrovascularsystem. Im letzteren wird die Nahrung verdaut und unverdauliche Reste werden dann wieder über die Mundöffnung ausgeschieden.

Zu den Familien gehören unter anderem die Solanderiidae, Cladonemidae, Eudendriidae, Hydractiniidae, Clavidae und Stylasteridae.

Man muß schon genau hinschauen, um diese Minitiere zu entdecken. Der kleine unbekannte Hydrozoon besteht aus dünnen, weißen Einzelfäden an deren Enden winzige Polypen sitzen. – Vielleicht gelingt mir bei Gelegenheit ein etwas besseres Foto.

unbekannter Hydrozoon

unbekannter Hydrozoon

Auf dem nachfolgenden Foto seht ihr eine kleine “Sonne” (Staurocladia sp.) im Hintergrund. Sie ist nur wenige Millimeter groß und wandert langsam an der Aquarienscheibe entlang. Es war ein schweres Stück Arbeit ein halbwegs ordentliches Foto von so einem Winzling hin zubekommen. Ich habe zwei Hydromedusen bisher bei mir entdeckt. Sie heißen im englischen Sprachraum crawling or creeping hydromedusae (schwimmende oder kriechende Hydromeduse).

wandernde Hydromedusa

Staurocladia sp.

Hydromedusa - Staurocladia

Hydromedusa – Staurocladia

 

 

 

 

 

 

Hydrozoon durchleben  ein Medusenstadium (frei lebend, schwimmend) und ein sessiles Polypenstadium (sessil = festsitzend). Sie können sich im sessilen Stadium an allen möglichen Orten ansiedeln.Das kann sowohl die Aquarienscheibe als auch Steine, Algen, Schneckengehäuse, auf Sand u.s.w. sein.

sessile (festsitzende) Polypen

sessile (festsitzende) Polypen an der Scheibe, die Polypen sind die kleinen Striche jeweils zwischen den „Fadenecken“

Sie kommen in  unterschiedlichen Formen vor, von einer einfachen und geraden Form, verzweigt, an Stielen, in Gruppen oder als Einzelorganismen  u.s.w. Hydrozoen sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Meerestiere. Eine Vielzahl von Nacktschnecken ernährt sich ausschließlich von diesen Tieren.